Manfred Roppelt

Das Internat ist ein Zuhause auf Zeit und eine pädagogische Einheit mit dem Gabrieli-Gymnasium. Das soll auch spürbar werden.

Internatsleiter seit: 2014
F├Ącher: Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Ethik

Was sind Ihre Hobbies?

Wenn ich Zeit und Lust habe: Rennrad fahren. Außerdem Laufen, Lesen, mit der Familie zusammen sein und Legotechnik.

Wegen der Kinder?

Nein, wegen mir.

Was, glauben Sie, schätzen die Internatsschüler an Ihnen als Internatsleiter?

Eine schwierige Frage – weil ich vielfach ja auch in ihren Augen derjenige bin, der manche Wünsche nicht erfüllen kann oder Fehlverhalten ahnden muss. Ich hoffe, dass sie schätzen, dass ich ein sehr offener Mensch bin, der auf die Leute zugeht und der auch versucht, immer eine Lösung für alle Beteiligten zu finden.

Welche Eigenschaften machen für Sie einen guten Internatsleiter aus?

Ein guter Internatsleiter muss zunächst für ein gutes Klima im Internat sorgen. Das heißt, er steht zwischen Schülern, Eltern, Lehrern und Erziehern. Was das Verhältnis zu den Schüler betrifft: Entscheidungen müssen klar und begründet sein. Außerdem muss sich der Internatsleiter auch im Notfall als Chef hinter seine Erzieher stellen. Das Dritte ist: Manchmal haben die Eltern überzogene Erwartungen an das Internat oder in der Erziehung Probleme. Da muss ich auch eine Vermittlungsposition einnehmen.

Wie war die Umstellung für Sie, als Sie Internatsleiter wurden?

Für mich war es ganz schwierig, dass ich so viel Neues dazulernen musste, also z. B. Gespräche bezüglich der Personalsituation führen, dann die Organisationsarbeit und den Dienstplan erstellen. Das ist nicht so einfach und man muss auch überlegen, ob das bisherige Konzept für einen selbst passt.

Glauben Sie, dass die Internatsschüler (was die Zukunft angeht) einige Vorteile im Vergleich zu den anderen Schülern haben?

Internatsschüler müssen relativ früh Selbständigkeit lernen, weil sie beispielsweise allein zum Arzt gehen müssen. Zum anderen können sie sicher auch davon profitieren, dass hier eine große Gemeinschaft herrscht. Einsamkeit kommt hier nicht vor. Das kann mal stressig sein, aber man kann auch viel daraus lernen.

Was würden Sie retten, wenn die Schule brennt, und alle Schüler schon draußen sind?

Es gibt zwei Möglichkeiten. Zum einen der Computer – mein zweites Gehirn. Das ist das eine, weil viel Arbeit in den gespeicherten Daten steckt. Das andere ist wichtiger: Wenn ich könnte, würde ich das barocke Treppenhaus und vor allem das Deckengemälde retten, weil es unwiederbringlich verloren wäre. Als Historiker wäre mir die Architektur von Gabriel de Gabrieli, dem Namenspatron von Schule und Internat, dann wohl wertvoller.